Magersucht

Das gemeinsame Merkmal der Magersüchtigen ist nicht die Appetitlosigkeit (Anorexia nervosa), sondern die Angst vor dem Essen, gekoppelt an eine panikartige Furcht vor Gewichtszunahme.

Ausgelöst wird die Magersucht häufig während der Pupertät, wenn der Körper des jungen Mädchens weibliche Formen zu entwickeln beginnt. Die innere Verunsicherung, die Zweifel und die Ängste, die diese Veränderung mit sich bringt, wird häufig an der äußeren Erscheinung, dem Gewicht festgemacht. Magersüchtige Mädchen beginnen an ihrem Körper zu leiden, fühlen sich, selbst bei bedrohlichem Untergewicht, zu dick. In der Regel nehmen sie über lange Zeit hinweg nur minimale Mengen niederkalorischer Nahrungsmittel zu sich, z.B. pro Tag zwei Möhren und einen Apfel, und erreichen damit ein extrem niedriges Gewicht.

Das extreme Hungern ist für die Betroffenen von unterschiedlicher Bedeutung. Oftmals sind die Mädchen und Frauen von einem asketischen Stolz erfüllt, überlegen zu sein und nicht so schwach wie die anderen, die sich mit "schlechten" Nahrungsmitteln vollstopfen. Das Überlegenheitsgefühl geht oft einher mit einem starken Ehrgeiz und einer erstaunlichen Leistungsfähigkeit in Schule, Beruf oder Sport. Dabei haben sie einen ausgeprägten Willen, ihren Körper zu beherrschen. Körpersignale wie Hunger, Müdigkeit oder Kälteempfinden werden entweder fehlgedeutet oder ihnen wird nicht entsprochen. Die Sehnsucht nach Zuwendung und Geborgenheit wird unterdrückt. Grundsätzlich fällt es den anorektischen Frauen schwer, ihre Symptomatik als Krankheit anzuerkennen.

Je länger die Magersucht besteht, desto wahrscheinlicher wird es, daß es durch das aufgestaute Eßverlangen zu "Freßanfällen" kommt. Diese Eßattacken werden entweder durch künstlich herbeigeführtes Erbrechen, durch Abführmittel oder durch Einläufe bekämpft. Die aus der Magersucht entstandene Eß-Brechsucht wird nun in der Fachsprache als Bulimarexie bezeichnet.

Körperliche Folgeerscheinungen können sein:

 

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