Aleeshas Geschichte
Alles ist gut?

Nach vier Jahren Therapie liefen die genehmigten Stunden aus, im letzten halben Jahr ging ich nur noch einmal im Monat zur Therapie. Ich betrachtete mich als geheilt.

Nach nur 6 Wochen war ich mit Frederick zusammen gezogen (in seine Wohnung in Bremen). Im Job ging's auch richtig steil bergauf, die Arbeit machte mir Spaß und es ging mir erstmals so richtig gut! Ich bekam mehr Geld und konnte meine Schulden nach und nach abbezahlen. Fred war dabei eine große Unterstützung, denn er entwickelte ein Menge Verständnis und half mir, wo er nur konnte.

Nur mit dem Essen war das so eine Sache - zwar nahm ich nicht sofort wieder zu, aber alles, was ich gelernt hatte, geriet mehr und mehr in Vergessenheit. Etwa 3 Jahre nach der Reha fing ich sehr langsam an, wieder zuzunehmen. Ich aß einfach auch gerne und kochte gerne.

Mit meiner Mutter hatte ich damals richtig viel Stress. Sie verstand nicht, was die Therapie mir bedeutete, sie wollte es wohl auch nicht verstehen. Vor allem wollte sie sich aber mit der Vergangenheit, die sie mühsam überwunden glaubte, nicht befassen und sie schämte sich entsetzlich. Es war ihr unbegreiflich, dass ich damit so offen umgehen konnte - denn das tat ich.

Mir ging es aber so unglaublich gut, dass ich zum Missionar wurde und wirklich jeden bekehren wollte, etwas für sich zu tun. Ich muss da einer Menge Leuten ziemlich lästig gewesen sein.

Ich war zu der Zeit sehr viel im Internet unterwegs, meine Beziehung war glücklich und es ging mir gut. Mit Frederick besuchte ich diverse Internetpartys und wir bauten uns gemeinsam einen großen Bekanntenkreis auf. Echte Freundschaften waren da aber nicht dabei - dafür war das Netz einfach zu schnelllebig. Aber Frederick und ich waren glücklich und verbrachten viel Zeit allein miteinander.

Nach 3 Jahren in der kleinen Wohnung in Bremen musste sich etwas ändern. Wir beschäftigten uns mit dem Gedanken, eine Wohnung zu kaufen oder zu bauen - mehr darüber könnt ihr in der Rubrik Eystrup lesen.

Nachdem das Haus gebaut war, kehrte wieder Ruhe ein. Wir wurden wochentags erheblich träger, für gewöhnlich fanden unsere Abende nach einem guten Essen vor dem Fernseher statt. Dazu gab's natürlich immer was zum Naschen und auch mal ein Eis. Anfangs fanden wir das auch ganz toll. Unser Haus entwickelte sich zu unserem Nest und wir fühlten uns sehr wohl.

Leider schlugen sich die Essgewohnheiten auch auf der Waage nieder - aber das störte uns nicht so sehr. Am Wochenende unternahmen wir oft was, ließen es uns richtig gut gehen. Wir heirateten, feierten eine tolle Party und machten danach ein supergeile Reise - Fotos dazu gibt's im Fotoalbum, einen Reisebericht findet ihr unter Reiseberichte.

Auch im Büro lief es für mich lange Zeit sehr gut. Ich hielt Schulungen ab, reiste dafür auch mal quer durch Niedersachsen, begleitete Installationen von neuer Technik vor Ort und liebte meinen Job.

Wir genossen das Leben in wirklich jeder erdenklichen Form und lebten einfach so vor uns hin. Es ging mir so gut, dass ich immer öfter darüber nachdachte, dass es so eigentlich nicht ewig gehen könne...
 

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