Leben ist Liebe (Kristiane Allert-Wybranietz)

Die Überschrift ist der Titel eines Buches von Kristiane Allert-Wybranietz. Sie schreibt Märchen und Gedichte und gibt auch Gedichte und Märchen anderer Autoren heraus. Vor einigen Jahren haben mir ihre Texte viel Kraft gegeben. Alle die hier genannten Texte gefallen mir besonders gut und haben eine spezielle Bedeutung für mich.

Vielleicht ist ja auch etwas dabei, was Dich anspricht? Mit Klick auf den jeweiligen Titel gehts zum Gedicht.

Fettnäpfe
Gewachsen
Vielen gewidmet
Schwache Momente
Starre Weltbilder
Lebensrezept
Ausgerissen
die Kraft der Natur
Raster
Immer, wenn ich laut bin...
Uneinsichtig zum Quadrat
Schweigen=Angst?
Wohlbefinden
Hunger?
Geduld
Zweifel
Miteinander reden
Frei werden

 


Fettnäpfe (eigentlich ohne Titel)

Man sagte, darüber spreche
man nicht.
Man lehrte mich, diplomatisch
zu sein.

Man deutete an, hier und da
gäbe es Tabus.
Man sagte, es sei klug,
niemand auf die Füße zu treten.

Man ging als Beispiel voran,
schwieg und hatte nie Ärger.

Ich lernte schnell,
dass sich diese Regeln
mit Selbstachtung nicht vertragen.

Seitdem habe ich mich
in den Fettnäpfchen gut eingelebt
und festgestellt
dass man darin
nicht so leicht fällt.

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Gewachsen

Jede Kritik,
egal von welcher Seite,
aber Kritik an mir
zerfraß mir einst
das Selbstvertrauen
wie Säure den Stein.

Heute weiß ich
ich kann und möchte
gar nicht jedem gefallen
und werde
immun
gegen diese Säure.

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Vielen gewidmet

Du bist wie eine Schallplatte.
Wenn man Dich auflegt,
dann spielst Du deine Lieder
und genauso lässt Du dich
eintüten
und beiseite stellen,
bis man dich wieder
hervorholt.

Die vielen Kratzer
Die dir durch
unsanfte Behandlung
entstanden,
haben deine Musik verändert.

Sie klingt nicht mehr
so schön und rein,
wie anfangs.

Lerne Deine eigene Melodie
wieder zu spielen.

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Schwache Momente

Es gab Zeiten,
da wolle ich aussehen
wie jene Frau
wollte Haare haben wie
eine bestimmte Schauspielerin,
wollte wirken wie jene Dame,

wollte so vieles,
nur mich nicht.

Heute mag ich mich
nicht mehr tauschen.

...nur manchmal noch,
dann würde ich gern
aussehen wie...

das sind schwache Momente.

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Starre Weltbilder oder Veränderungen

Manche Vorstellungen
sitzen fest
wie angerostete Schrauben.
Es ist schwer,
sie zu lockern,
aber nicht unmöglich.

Schlimmer
als das oftmals mühselige
Erneuern
ist das Rosten,
die Zerstörung.

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Dein Lebens-
(oder besser: Überlebens-) Rezept

In Bereichen,
die Du meinst,
sicher zu beherrsche,
präsentierst Du Dich
perfekt.

Doch lässt sich der ganze
Schaum nur kurze Zeit
schlagen,

und schon suchst
Du neue Spieglein
an der Wand.

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Ausgerissen

Ohne dass ich es bemerkte
hat man mir ein Stachelhalsband
umgelegt;
wollte ich mich ausleben,
spürte ich die Stacheln
- angespitzt -
in meinen Gefühlen und Empfindungen
und in
meinem Handlungsspielraum.

Beinahe hätte ich mich erdrosseln
lassen -
die Stacheln schmerzten sehr

-heute habe ich mir einen Seitenschneider gekauft.

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Kraft der Natur (eigentlich ohne Titel)

Wenn Löwenzahn
den Asphalt
bricht,
weiß ich,
dass die Natur
immer die Stärkere
bleiben wird
- und dass es für
sie ein Leichtes ist,
es mit der Spezies Mensch
aufzunehmen.

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Raster (eigentlich ohne Titel)

"Du fällst durch
jedes Raster",
sagst Du
vorwurfsvoll.

Na und,
wer will schon
in einem Raster
hängenbleiben,
wie Fliegen am Türgitter?

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Immer, wenn ich
besonders laut bin

Von Zeit zu Zeit
spricht meine
Hilflosigkeit
in GROSSBUCHSTABEN.

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Uneinsichtig zum Quadrat

Ich versuche,
dem Tod
davonzulaufen,

und fliehe
doch nur
vor dem Leben.

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Schweigen = Angst?

Im allgemeinen
redest Du brilliant,
pausenlos,
und verbreitest Kompetenz,
Du konzipierst Lösungen,
Denkmodelle
und hast stets Deine
umfangreiche Thesen-Kollektion
parat.
Du trittst so sicher auf
und verschüchterst viele Gesprächspartner.

Kommt das Thema jedoch
auf Dich,
will man wissen,
wie Du bist, fühlst, lebst,
fällt Dich die Sprachlosigkeit an,
oder Du druckst wie
ein Schuljunge
(Deutsch Ausdruck: Note 5-)

Angst?

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Mit voller Absicht
sich selbst verwöhnen

Ab und zu
brate ich mir
eine Extrawurst
fürs Wohlbefinden,

denn nichts
bewegt sich zum Positiven,
lasse ich es mir
selbst schlechtgehen.

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Hunger?

Frisst Du
Ärger
und Frust
in Dich hinein,
macht Dich das satt
gewissermaßen.

Du spürst keinen Hunger.

Solche Nahrung
stärkt nicht,
sie schwächt in jeder Beziehung.

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GEDULD?

GEDULD?
GE     LD!
GE     LD!
GE     LD!

     DU

Wo bleibst Du?

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Meine Zweifel

treten auf
in Haufen, Trauben, Schwärmen
und großen Gruppen.

Sie sind Angreifer,
die keiner sieht,
Aggressoren gegen
Gelassenheit und Seelenfrieden.

Der Drahtzieher,
der Kopf dahinter,
ist der Gegenspieler
meines Selbstvertrauens.

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Miteinander reden

Verlassen wir
das Dir vertraute Terrain,
seichtes Geplauder,

gerät unser Gespräch
schnell ins Stocken.

Die Schweigsamkeit
fällt Dich an,
und Du stellst,
Deine Fluchtfahrzeuge bereit.

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Frei werden für das,
was ist und kommt

Wie ein schwarzer,
giftiger Pfeil
steckt zuweilen
die Vergangenheit
in uns,
vergiftet die Seele
und schwächt den ganzen Menschen.

Zieh ihn raus!

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