Psychosomatik...?

Eine Geschichte

Ein Auto, das bislang immer reibungslos gelaufen war (was für seinen Besitzer irgendwie selbstverständlich war!) hatte die Nase hemmungslos voll. Es wollte einfach nicht mehr perfekt funktionieren.

So passierte es eines Tages, dass das Auto, das ja nicht sprechen konnte, zu einem Trick griff. Und während der Fahrer ahnungslos über die Autobahn brauste, leuchtete auf einmal im Armaturenbrett ein rotes Lämpchen auf.

Der Fahrer entdeckte dies, hielt an und rief einen Mechaniker an. Das Auto wurde in eine Werkstatt gebracht. Leider war es schon am späteren Abend und der Mechaniker hatte gar keine rechte Lust mehr auf eine größere Reparaturen und dachte viel eher an seinen Feierabend. Außerdem war er ohnehin nicht auf Motorprobleme spezialisiert. So kam es, daß der Mechaniker sich nicht besonders viel Mühe gab und nur das Lämpchen austauschte.

Das Auto lief wieder und der Fahrer, der sich hocherfreut über die schnelle Reparatur und die vergleichsweise niedrigen Kosten zeigte, bezahlte schnell die Rechnung und setzte seine Fahrt fort, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, warum das alles so schnell und kostengünstig abgelaufen war. Er wollte es gar nicht wissen und einfach nur weiterfahren, um sein Ziel baldmöglichst zu erreichen.

Es dauerte nicht besonders lange, bis das Lämpchen wieder anfing zu leuchten. Der Fahrer ignorierte es zunächst und fuhr einfach weiter. Das konnte ja nichts schlimmes bedeuten, schließlich war die Reparatur einfach gewesen. Schließlich konnte er das Lämpchen nicht mehr ignorieren...inzwischen stiegen aus dem Motorraum Qualmwolken auf. Er brachte das Fahrzeug auf dem Standstreifen zum Stehen und bedachte den Mechaniker mit einem heftigen Fluch. Erneut musste nun ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Dieser kam, besah sich den Schaden und zuckte nur mit den Schultern.

"Tja, lieber Fahrer...da hätten sie früher etwas machen müssen, an dem Motor ist jetzt nichts mehr zu retten."

Und die Moral von der Geschicht...

Nein, es ist nicht so, daß der Mechaniker, der unsauber gearbeitet hat, der Schuldige ist. Schuld (falls man überhaupt von Schuld sprechen kann) ist vielmehr der Fahrer. Er hat sich nicht um sein Auto gekümmert und es ist ihm kein Stück seltsam vorgekommen, dass die erste Reparatur so schnell und problemlos vor sich ging. Wenn dieser Fahrer sich gleich einen Mechaniker gesucht hätte, der ihm die Wahrheit über den Zustand des Motors offen und ehrlich gesagt hätte und wenn er diesem Mechaniker dann genügend Zeit eingeräumt hätte, dann wäre der Motor sicher noch zu retten gewesen.

An dieser Stelle mögen alle KFZ-Mechaniker den Kopf schütteln, aber es geht mir gar nicht so sehr um die Reparatur eines Autos...davon habe ich keine Ahnung. Im Gegenteil - es soll auf diesen Seiten ja um Psychosomatik gehen - und nicht um die Reparatur von Motorschäden.

In der Geschichte stellt das Lämpchen das Symptom dar, mit dem das Auto (respektive der Motor) versucht, auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. Ein guter Automechaniker sucht nach den Ursachen dafür, warum das Lämpchen brennt und repariert dann das Auto (in diesem Fall den Motor).

Und genauso verhält es sich mit den psychosomatischen Beschwerden. Ein guter Arzt oder Heilpraktiker sucht nach den Ursachen der körperlichen Beschwerden, die im seelischen Bereich liegen und behandelt diese. Mit der Heilung der seelischen Beschwerden einher geht im Regelfall auch die Heilung der körperlichen Symptome.

Was bedeutet das konkret?

Jeder Mensch weiss, dass Streß krank machen kann.

Es gibt viele Krankheiten, bei denen die Ursachen unklar sind. Der Autor Rüdiger Dahlke geht in mehreren Büchern (gemeinsam mit Thorwald Dethleffsen) davon aus, das alle Krankheiten mehr oder minder durch seelischen Streß verursacht werden.

Ich persönlich würde vielleicht nicht ganz so weit gehen - andererseits habe ich mehrere dieser Bücher gelesen und feststellen müssen, dass oft viel Wahrheit darin steckt. Am deutlichsten werden die Zusammenhänge wohl an meiner eigenen Geschichte, die Ihr hier auch nachlesen könnt. Andere Beispiele findet sicher jeder bei sich selbst - guck einfach mal genau hin!

Das Fatale an den Zusammenhängen zwischen Körper und Seele ist, dass wir uns oft weigern, sie zu erkennen - oder sind wir einfch nur blind dafür? Dieses Erkennen fällt uns schwer (mir auch!), weil es bedeutet, dass man sich selbst gegenüber ehrlich zugeben muss, was wo falsch läuft und dass man an Dingen, die möglicherweise zur (lieben) Gewohnheit geworden sind, möglicherweise etwas ändern müßte. Das ist nicht nur nicht leicht sondern mitunter verdammt hart.

Ist man psychosomatisch erkrankt? Oh Hilfe..."reif für die Klappse..."!

Der Beigeschmack des "nicht ganz dicht seins" haftet jeglicher nicht-körperlichen Erkrankung immer noch sehr leicht an. Vielleicht habe ich "eine Klatsche"? Reif für die Couch?! Ich war es jedenfalls! *zugeb*

Deswegen kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass sich die schmerzhafte Erkenntnis "So geht es nicht mehr weiter" für mich gelohnt hat. Mein ganzes Leben hat sich verändert und ich bin deutlich zufriedener und glücklicher als vorher. Für jedes (!!) Problem gibt es eine Lösung - nur muß man manchmal etwas länger danach suchen. Wenn ihr also diesen Formulierungen gegenübersteht - gebt nicht gleich wieder auf.

Psychosomatische Beschwerden

Wenn der Spiegel
der dich dir zeigt,
zerschlagen, zersplittert
oder blindgeworden ist,

benötigst du andere
die dir den Spiegel halten
um dich überhaupt zu sehen
-gut oder schlecht-

Dann ist nicht nur deine
Freiheit fort
sondern auch Du bist fast verschwunden.

Setze deinen Spiegel wieder zusammen
oder putze ihn blank.

Text von Kristiane Allert-Wybranietz

Was ist Psychosomatik?

Psychosomatik...das hört sich für viele genau wie die Worte Psychologe und Psychiater immer noch an nach "reif für die Klapse". Viele verbinden mit dem Besuch beim Psychologen das Klischee von der Couch. Und ich selbst sehe oft genug verwunderte und/oder irritierte Gesichter, wenn ich von meiner Therapie und meiner Psychologin berichte, wenn ich von meiner Eßstörung erzähle. Ganz viele Menschen können gar nicht gut mit etwas umgehen, was an sich nicht unbedingt greifbar ist.

Doch...was ist das denn nun eigentlich - Psychosomatik? Das Wort liefert schon eine Erklärung dafür. Psycho = Seele, Soma = Körper. Psychosomatik beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen Körper und Seele.

Auch die klassische Schulmedizin hat inzwischen erkannt, dass viele Dinge, die auf die Seele drücken, sich körperlich äußern. Streß macht Magengeschwüre - und das ist nur ein Beispiel. Der Mensch ist ein ganzheitliches Wesen. Da die Seele keine eigene Sprache beherrscht und sich nicht äußern kann, benutzt sie den Körper, um uns zu zeigen, wenn etwas "nicht in Ordnung" ist. (Bitte guckt Euch dazu auch die Seiten über body&soul an!)

Damit sind wir wieder bei der Geschichte des Autos. Man muß sich das vorstellen wie bei einem Auto. Wenn im Motor etwas nicht funktioniert, blinkt im Armaturenbrett ein Lämpchen. Wir rufen einen Mechaniker, der das Auto repariert und wieder "zum Laufen" bringt. Genauso ist es mit der Seele. Sie zeigt uns, wenn sie Hilfe braucht. Wir müssen nur die Anzeichen (Symptome) erkennen und richtig behandeln.

Und genau da liegt das Problem. Leider werden in der klassischen Schulmedizin immer noch viel zu oft nur die Symptome behandelt - ohne die Ursachen zu erforschen.

Ein guter Arzt oder Heilpraktiker sucht nach den Ursachen der körperlichen Beschwerden, die im seelischen Bereich liegen und behandelt diese. Mit der Heilung der seelischen Beschwerden einher geht die Heilung der körperlichen Symptome. Es ließen sich viele Beispiele nennen, aber am deutlichsten wird dieser Zusammenhang wohl an meiner eigenen Geschichte. Wer sich dafür interessiert, kann sie hier nachlesen.

Das Fatale an diesen Zusammenhängen ist, daß wir uns oft weigern, sie zu erkennen. Wenn der Körper erkrankt, weiß jeder, was passiert. Man bekommt eine Grippe, Husten oder Schnupfen, eine Mandelentzündung und andere nette Dinge. Und was tut man? Man geht zum Arzt! Man erhält Medikamente, bekommt eventuell eine Auszeit verordnet und legt sich ins Bett, weil man krank ist. Der Körper bekommt nicht nur Hilfe, sondern auch Zeit, um sich zu kurieren. Behandelt werden "nur" die Symptome, möglicherweise heilt die Seele durch die Ruhe, die einem der Körper mit dieser Auszeit verordnet, von allein.

Leider vermuten die wenigsten, daß irgendwelche seelischen Beschwerden dahinterstecken, wenn beispielsweise Schmerzen auftauchen. Folge: Man geht zum Arzt und der übliche Kreislauf beginnt. Medikamente, vielleicht ein Attest, dann Besserung und man gilt wieder als gesund.

Es gibt zwei Gründe für diese Problematik. Einerseits sind die meisten Ärzte "nur" in der klassischen Schulmedizin ausgebildet und haben einfach nicht gelernt, die Zusammenhänge zu erkennen. Andererseits läßt es das Gesundheitssystem in Deutschland oft nicht zu, alternative und möglicherweise erfolgreichere Behandlungsmöglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Also behandeln die Ärzte das Offensichtliche und denken nicht über die eigentlichen Ursachen nach. Erschwerend kommt hinzu, dass Ärzte im Regelfall zwar als gut verdienend gelten - aber auch hier wird der Druck unseres Gesundheitsystemes immer größer und ein Arzt kann es sich oft genug nicht leisten, dem Patienten in Ruhe zuzuhören.

In der Folgezeit treten die Probleme wieder auf, werden behandelt usw. Auch hier bin ich ein gutes Beispiel. Vor der Erkenntnis, dass ich Hilfe brauche, hatte ich mind. 2-4 x jährlich eine Mandelentzündung, zweimal im Jahr einen grippalen Infekt, verbunden mit einer heftigen Nasennebenhöhlenentzündung und hohem Fieber. Ich bekam Antibiotika und war im Regelfall nach einer Woche wieder einigermaßen fit. Seit ich in Behandlung bin, habe ich sicher ab und an eine Erkältung, bin aber deutlich weniger oft krank. Die Nasennebenhöhlenentzündung, die mein damaliger Hausarzt schon als chronisch eingestuft hatte, tritt nicht mehr auf und die Mandeln sind auch immer noch drin und entzünden sich nicht mehr.

Würde der oder die Betroffene sich gemeinsam mit dem Arzt Gedanken machen, woher die Probleme kommen, würde vermutlich der Einsatz von Antibiotika stark reduziert werden können. Ich hatte einfach im besten Sinne des Wortes die Nase voll und wollte bestimmte Dinge nicht mehr runterschlucken.

Nur, wenn Körper und Seele als eine Einheit betrachtet werden und entsprechend behandelt werden, ist es möglich, sich bei einer Erkrankung die richtige Hilfe zu holen und gesund zu werden. Und genauso, wie es selbstverständlich ist, zum Arzt zu gehen, wenn der Körper erkrankt, so sollte es auch selbstverständlich sein, zum Arzt zu gehen, wenn die Seele leidet. Oft sind es "normale" Alltagsprobleme, die die Seele krankmachen - Sorgen um den Arbeitsplatz, Geldnöte, Familienprobleme etc.

Es gibt viele Arten von Krankheiten, die seelisch bedingt sind. Einige davon haben Suchtcharakter - Alkohol- und andere Abhängigkeiten (Medikamente, Drogen) aber auch Eßstörungen. Wieder andere führen zu dauerhaften Beeinträchtigungen (beispielsweise Diabetes, alle Rheumakrankheiten, Allergien, Neurodermitis usw.).

Natürlich gibt es auch die Schmerzsymptome und die sog. Angststörungen und Phobien, Neurosen, Panikattacken, und viele andere Varianten. Vermutlich ließe sich an dieser Stelle noch jede Menge über psychosomatische Krankheiten sagen - aber das würde den Rahmen doch etwas sprengen. Wer mehr wissen will, sollte die gängigen Suchmaschinen bemühen und wird erstaunt sein, was sich so alles zu diesem Thema findet.

Lediglich über Eßstörungen lasse ich mich hier noch wesentlich ausführlicher aus - weil ich selbst betroffen bin und genug darüber weiß.

 

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