Reisebericht

Costa Atlantica - Transatlantik - 17.- 30.04.2006 La Romana (Dom. Rep.) -> Savona (Italien)

Morgens um kurz vor 7 Uhr am Ostermontag stiegen wir in den Regionalexpress nach Hannover. Gut 45 Minuten später kamen wir dort an und hatten nun knappe 50 Minuten Aufenthalt so der Plan. Der ICE sollte uns dann nach Frankfurt zum Flughafen bringen. Allerdings gab s auf der Strecke Baustellen, weswegen wir erst mit 20 Minuten Verspätung in Hannover abfuhren. Der ICE fuhr dann auf irgendeiner Nebenstrecke nach Frankfurt, wo wir mit insgesamt etwas mehr als 30 Minuten Verspätung am Fernbahnhof eintrafen. Samt Koffern im Gepäck gingen wir also vom ICE-Bahnsteig rüber ins Terminal und stolperten zuallererst über den Costa-Schalter. Sehr praktisch. Etwa 20 Minuten später waren wir unsere Koffer los und hatten nun noch gut 2 Stunden Zeit bis zum Abflug. Da es inzwischen Mittagszeit war, aßen wir zunächst etwas und beobachteten dabei die regen Aktivitäten auf dem Rollfeld. So ging die Zeit recht schnell um und der Zeitpunkt kam, dass das Bording begann. Es gab keinen Aufruf dafür und zwischendurch wurde unser Flug an ein anderes Terminal verlegt. Das sorgte bei einigen Fluggästen für Irritationen, aber schließlich starteten wir mit 10 Minuten Verspätung in Richtung La Romana, Dom. Rep. In Deutschland war es kurz nach 14:30 Uhr. Der Flieger war eine Boing 767 von Condor - ziemlich alt und klein. Demzufolge waren die 10 Stunden Flug recht anstrengend. Wir hatten zwei Plätze am Fenster. Das Handgepäck war schnell verstaut und nachdem sich andere Gäste über die viel zu kleinen Fächer für Handgepäck beschwert hatten und es Streß wegen einem kleinen Koffer gab, der nicht sofort zuzusortieren war, hoben wir mit 10 Minuten Verspätung ab. Auf der anderen Gangseite saß eine Dame, die nicht müde wurde, zu betonen, dass dies bereits ihre 7. Kreuzfahrt wäre und die gern und lebhaft berichtete, wo sie schon überall gewesen war. Als es dann an das Ausfüllen der Papiere ging, hatte sie dennoch arge Probleme, da sie leider trotz ihrer ganzen Reisen kein Wort Englisch verstand. Schade eigentlich... ;-) Der Flieger hatte das übliche Fernseh- und Hörfunkprogramm und dank diverser Essens- und Trinkenspausen kam man überhaupt nicht zur Ruhe. Als die 10 Stunden um waren, waren wir heilfroh, endlich da zu sein. Nach einer etwas holprigen Landung in La Romana erwarteten uns bereits auf dem Rollfeld Busse, die uns in abenteuerlicher Fahrt binnen 15 Minuten zum Hafen brachten.

In der Karibik wird es sehr schnell dunkel und so war es stockfinster, als wir den Hafen erreichten. Und da lag sie in voller Prachtbeleuchtung vor uns die Costa Atlantica. Das Einschiffen ging sehr schnell und so waren wir bereits 1 Stunden nach der Landung in unserer Kabine. Leider war das Gepäck noch nicht da, weswegen wir uns zunächst ein wenig frisch machten und einen ersten Orientierungs-Bummel über das Schiff starteten.

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Gegen 22 Uhr fand sich dann auch das Gepäck auf der Kabine und nach dem Auspacken fielen wir total erschöpft ins Bett. Die 6 Stunden Zeitunterschied machten sich bemerkbar und wir waren mit allen Wartezeiten fast 18 Stunden unterwegs gewesen. Früh am nächsten Morgen legten wir ab, um nach einer knapp 2-stündigen Bummelfahrt (sehr langsam) das nur wenig Kilometer vor der Dominikanischen Republik liegende Catalina Island zu erreichen. Catalina Island ist eine Privatinsel im Besitz der Reederei und erfüllt so ziemlich jedes Klischee, was man von der Karibik so hat: Kristallklares Wasser, weißer Sand, hohe Palmen und natürlich strahlender Sonnenschein. Wir verbrachten einen herrlich entspannten Tag am Strand.

Gegen Abend verließen wir Catalina Island und am nächsten Tag (Mittwoch) legten wir in Roadtown auf Tortola (British Virgin Islands) an. Wir hatten dort einen Ausflug gebucht und gingen mit Delphinen schwimmen. Ein einmaliges Erlebnis, das man fast nicht beschreiben kann. Wir wurden in kleine Gruppen (max. 10 Leute) aufgeteilt und jede Gruppe bekam einen Delphin zugeteilt. Dieser begrüßte uns mit einem Kuss und Handshake, zog uns durchs Wasser, schwamm unter und zwischen uns durch und spritzte uns nass. Die drei Stunden vergingen wie im Flug. Das Ganze war sehr professionell organisiert und man konnte nach dem Schwimmen einen derweil gedrehten Film ansehen und ggf. kaufen. Der Ausflug war insgesamt recht teuer (2 x 136 Euro plus Kosten für das Video), aber jeden Cent wert. Empfehlung: Unbedingt machen! Den Rest des Tages verbrachten wir faul an Deck.

Am nächsten Tag liefen wir dann Fort au France auf Martinique an. Dort hatten wir ebenfalls einen Ausflug gebucht und wurden im Hafen schon von einem Katamaran erwartet, der uns ans andere Ende der Bucht brachte, in der die Hauptstadt von Martinique liegt. Dort gingen wir schnorcheln und auch das war eine Premiere für uns. Wir sahen Fische in allen Farben und machten eifrig Unterwasser-Fotos, von denen einige sogar etwas geworden sind. Auch hier gibts ein positives Fazit: Wer noch nie schnorcheln war, sollte das unbedingt probieren es ist nicht mit den Reportagen im Fernsehen vergleichbar, wenn man die Fülle der Unterwasserwelt live erlebt.

Nach dem Ablegen von Martinique verließen wir die Karibik leider schon wieder und es ging hinaus aufs weite Meer - das Abenteuer Atlantik-Überquerung begann. Um es kurz zu machen: Wir hatten 5 Tage ruhige See, es wehte meistens nur ein laues Lüftchen und die Sonne brannte vom Himmel. Lediglich am 4. und 5. Tag war es wolkig und windig, aber immer noch recht warm. Mehrheitlich haben wir an Deck gelegen und die Sonne und das sanfte Wiegen des Schiffes genossen. Herrlich! Am dritten Tag sahen wir das erste Mal ein anderes Schiff - großer Jubel! Es gibt andere Menschen auf diesem Planeten! Wie bei der ersten Kreuzfahrt auch merkten wir auf hoher See, wie winzig und unwichtig der Mensch auf diesem Planeten eigentlich ist. Besonders erwähnenswert fanden wir das Wasser. Es hatte jede nur erdenkliche Farbe und im Sonnenschein war es teilweise so intensiv leuchtend blau, das uns daheim manch einer gefragt hat, ob wir die Fotos nachbearbeitet hätten. Nein, haben wir nicht. Das Wasser war wirklich so unglaublich blau.

Schließlich erreichten wir Madeira, wo wir leider nur einige Stunden Aufenthalt hatten. Schade, denn auch diese Insel war eine Premiere für uns und hat uns sehr gut gefallen. Möglich, dass wir noch mal für 14 Tage Urlaub zurückkehren. Die Insel ist unglaublich grün, überall blühen Blumen aller Art. Wir sind nach Monte hochgefahren, haben in Camacho eine Korbwarenfabrik besichtigt und sind dann mit der Seilbahn nach Funchal runter gefahren, wo wir noch eine Markthalle besichtigt haben. Lohnenswert!

Dann ging´s weiter in Richtung Endstation Italien. Die Meerenge von Gibraltar passierten wir am späten Abend und draußen konnte man außer jede Menge Lichtern auf beiden Seiten nicht viel sehen. Der nächste Tag war wieder ein Seetag und leider war der Himmel sehr bewölkt und es war recht kühl (20 Grad). Am Abend hatte Aleesha ein Kratzen im Hals und suchte die Apotheke auf, um sich Halsbonbons zu kaufen. Dann erreichten wir Barcelona. Das Kratzen im hals hatte sich über Nacht zu vereiterten Mandeln und Nebenhöhlenentzündung ausgewachsen und so mussten wir die Stadtrundfahrt absagen. Erneut ein Besuch auf der Krankenstation, diesmal beim Schiffsarzt, der uns damit überraschte, dass er deutsch sprach. Er verordnete neben Inhalationen auch Medikamente und viel Ruhe. Vor allem stellte er ein Attest aus, aufgrund dessen uns das Reisebüro den vollen Ausflugspreis (für beide Personen!) völlig unkompliziert zurück erstattete. Kompliment dafür an Costa! So verbrachten wir den Tag mehrheitlich im Bett (Aleesha) und an Deck (Frederick). Im Hafen von Barcelona gab s dennoch jede Menge zu gucken. Vor allem lagen neben uns die Grand Princess, ein Stück weiter die Marco Polo und die Silver Wind. Sehenswert allemal!

Am frühen Nachmittag (gegen 14 Uhr) verließen wir Barcelona mit Kurs auf Savona, das unsere Endstation sein sollte. Als das Schiff abgelegt hatte, kam eine Durchsage, wonach wir gegen 16 Uhr der Golf von Lyon erreichen würden. Dort sei mit stürmischen Winden zu rechnen. Wir mögen bitte die Balkontüren geschlossen halten und uns nicht über die Reling beugen. Und tatsächlich hatten wir dort Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h. Huiii.....! Die Balkontür ließ sich nicht mehr öffnen und auch die Decks waren gesperrt. Einige Liegen flogen durch die Gegend und im Restaurant war es abends verdächtig leer. Dabei schaukelte es gar nicht sehr stark - aber das ist ja bekanntlich relativ.

Am frühen Sonntagmorgen erreichten wir dann Savona. Die Ausschiffung ging sehr organisiert von Statten und wir wurden mit dem Bus zum Flughafen nach Mailand (Malpensa) gebracht. Dort hatten wir dann allerdings 4 ½ Stunden Wartezeit, die wir irgendwie totschlagen mussten. Da es Aleesha noch nicht wirklich gut ging, war das recht anstrengend. Die Koffer haben wir gegen eine Gebühr von 3 Euro pro Stück abgegeben und sind essen gegangen. Dann folgte ein ausgedehnter Shopping-Bummel und schließlich setzten wir uns hin und haben gelesen und mit anderen Heimfliegern, die wir vom Schiff kannten, gequatscht.

Zwischendurch mussten wir die Koffer wieder abholen und einchecken und dann begann endlich das Bording. Unsere Maschine von Air Dolomiti entpuppte sich als Propellerflieger mit rund 30 Sitzplätzen. So flogen wir recht tief über die Alpen und konnten noch ein paar sehr schöne Fotos machen. In München landeten wir mit 10 Minuten Verspätung und hatten grad noch 15 Minuten Zeit zum Umsteigen, bevor es nach Hannover weiterging. Trotz der knappen Zeit waren unsere Koffer auch an Bord und wir konnten in Hannover alles Gepäck in Empfang nehmen. Dort wurden wir dann abgeholt und waren gegen 21 Uhr daheim. Und da gab s nur noch eins: Alles stehen und liegen lassen und ab ins Bett - erstmal ausschlafen.

Fazit: Eine tolle Reise und das Preis-Leistungsverhältnis stimmte auch. Mit Sicherheit nicht unsere letzte Cruise und Costa darf es auch gerne wieder sein.

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