Reisebericht

Vielleicht habt ihr es auf den Hochzeits-Seiten schon gelesen - diese Kreuzfahrt im Sommer 2004 (02.07.-19.07.) ist unsere Hochzeitsreise gewesen. Wir haben uns mit dieser Reise mit der Delphin Renaissance einen echten Traum erfüllt.

Wie es zu dieser Reise gekommen ist, könnt ihr auf den Hochzeitsseiten nachlesen. Frederick wollte immer schon mal nach Norwegen und Aleeshas größter Traum war das ewige Eis - mitm Schiff. Bei dieser Reise haben wir beides miteinander verbunden und dabei auch festgestellt, dass Kreuzfahrten zwar etwas teurer sind als 14 Tage kanarische Inseln - aber eben auch eine sehr angenehme Art zu reisen und beileibe nicht nur was für alte Leute. Alle Gerüchte um das 5malige Umziehen und andere Vorurteile haben uns nicht davon abgehalten und wir haben es nicht bereut!

Nachdem die Entscheidung dazu gefallen war und die wichtigsten Ziele (Spitzbergen und Norwegen) feststanden, hat Aleesha sich umfassend informiert - auf der sog. Nordmeer-Strecke sind einige Schiffe unterwegs.

Im Vorfeld haben wir insgesamt drei Schiffe besichtigt. Das erste war die MS Delphin, die damals für Delphin Seereisen unterwegs war. In Hamburg erhielten wir Gelegenheit, uns umzusehen und beschlossen: "Die soll es sein".

Leider oder zum Glück interessierte das die Reederei recht wenig - sie vercharterte die Delphin anderweitig (sie fährt jetzt für Hansa Kreuzfahrten) und charterte die Delphin Renaissance. Also fuhren wir nochmal gucken, diesmal in Bremerhaven.Der erste Eindruck war: pompös, viel zu luxuriös!

Am gleichen Tag lag die MS Ocean Monarch ebenfalls in Bremerhaven und auch sie konnten wir besichtigen. Sie fuhr damals exakt die gleiche Strecke für ungefähr 400 Euro pro Nase weniger. Das Schiff ist aber - unsere Meinung! - nicht so schön und wenn wir schon sehr viel Geld in so einen Traum investieren, sollte es schon richtig gut sein. So fiel die Entscheidung zugunsten der Delphin Renaissance und wenn ihr euch die Fotos anseht, werdet ihr verstehen.

Das lag aber sicher auch daran, dass man uns bei Delphin Seereisen im Vorfeld sehr freundlich und zuvorkommend behandelt hat (danke, liebe Frau Bartsch!) und jede von Aleeshas dummen Fragen mit endloser Geduld beantwortet. Die Delphin Renaissance (= DR) ist im Jahr 2000 in Frankreich erbaut worden. An Bord sind 306 Crew-Mitglieder aller Nationen, die meisten verstehen und/oder sprechen deutsch. Die Gäste sind überwiegend aus Deutschland und es gibt eine deutschsprachige Reiseleitung. Mehr Fakten lest ihr in "das Schiff".

Nordmeer-Kreuzfahrt - 02.07.2004 - es geht los!

Heute ist ein grandioser Tag - alle Koffer sind endlich gepackt (4 Stück an der Zahl, aber wir fahren ja auch durch sehr unterschiedliche Klimazonen!). Ab 15 Uhr ist Einschiffen, aber erst um 19 Uhr wird abgelegt. Wir erreichen das Schiff gegen 16:30 Uhr und 45 Minuten später sind wir eingeschifft. An Bord erhalten wir unsere Bordkarte - das Zahlungs- und Identifikationsmittel für die nächsten 17 Tage.

Nachdem das Handgepäck in der Kabine untergebracht ist, wissen wir auch schon, dass wir im Club-Restaurant speisen werden. Wir hatten im Manifest (das ist für Kreuzfahrten ein notwendiges Dokument, dass man im Vorfeld ausfüllen muss) um einen 2er-Tisch im Club-Restaurant gebeten und freuen uns nun, dass diesem Wunsch entsprochen worden ist. Nun sehen wir uns aber erstmal etwas um. Um 18:30 Uhr beginnt die obligatorische Seenot-Rettungsübung - wir lernen, eine Rettungsweste überzuziehen und unser Rettungsboot zu finden. *g*

Kurz danach ist dann schon Ablegen - schnell laufen wir an Deck zum Winken. Aus den Bord-Lautsprechern ertönt "Time to say goodbye". Da es kalt und windig ist, gehen wir aber bald wieder rein. Auf der Galerie sitzt ein Piano-Spieler und spielt irgendwas Klassisches - wir setzen uns in eins der Sofas und beginnen, zu genießen.

Um 19:30 Uhr gibts das erste Abendessen an Bord. Wir haben einen sehr feinen Tisch direkt am Fenster - allerdings steht direkt daneben ein 6er Tisch. Im Lauf der Reise lernen wir unsere Tischnachbarn kennen - sehr nette Leute. Aber dazu später mehr! ;-)

Das Abendessen - ein 5-Gänge Menü. Kalte Vorspeise,Suppe, Warme Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Zur Wahl stehen jeweils mehrere Speisen und das Essen gefällt uns schon nach der 1.Mahlzeit sehr gut. Gegen 21:15 geht der 2.Lotse von Bord - wir sind in der Nordsee. Das Meer ist ruhig, aber es sind erstaunlich viele Schiffe unterwegs und wir sehen auch Bohrinseln. Kurz danach sind wir mit dem Essen durch und gehen erstmal in unsere Kabine - das Gepäck ist da und wir packen aus. Erst gegen 22 Uhr gehen wir nochmal in eine Bar auf einen Cocktail. Als wir zurück in unserer Kabine sind, sind die Betten aufgeklappt, das Licht brennt und es wirkt alles sehr gemütlich und anheimelnd.

03.07.2004 - Seetag

Der erste Seetag - auf dem Weg zu den Shetland-Insel. Nach dem Frühstück gehen wir zu einem Vortrag über Island und lernen dabei Sabine Hinz, die Kreuzfahrt-Direktorin kennen.

Danach buchen wir die Ausflüge für die Aufenthalte auf Island. Scho ist Zeit fürs Mittagessen - da wir keinerleihunger versprüfen, schenken wir uns das und gehen ins Fitness-Studio. Mit Blick auf die ruhige See tun wir ein bißchen was für unsere Kondition. Im Wellness-Bereich buchen wir für den nächsten Seetag eine Ganzkörper-Massage. 14:30 - Alles ganz schön anstrengend. Wir legen uns zu einem Schläfchen in unsere Kabine. 16:00 - Kaffeezeit! Vorher gehen wir aber noch eine Runde shoppen - Rasierwasser und eine Uhr sind an Bord preiswerter als an Land. Nach dem "Keffchen" legen wir uns mit Wolldecke in die Sonne. Dabei sehen wir das erste Mal einen Regenbogen aufm offenen Meer.

Frühzeitig verlassen wir das Deck wieder - für heute abend ist Willkommens-Gala-Dinner und damit "aufbrezeln" angesagt. Vorweg empängt uns der Käpt´n in der Cabaret-Lounge und wünscht uns bei Sekt und Canapees eine gute Reise.

Nach dem wirklich guten Abendessen gehen wir genau dort wieder hin, um uns die Show anzusehen. Binnen 90 Minuten werden alle jene vorgestellt, die in den kommenden 14 Tagen das Abendprogramm gestalten und es ist für jeden was dabei: Musical und Gospel, Comedy usw.

Um 23 Uhr gehen wir ins Bett - inzwischen sind wir 760 km von Bremerhaven weg und ungefähr auf der Höhe von Bergen und Edinburgh. Morgen früh um 7 Uhr erreichen wir Lerwick auf den Shetland Inseln. Früh aufstehen ist also angesagt. In der Nacht werden die Uhren eine Stunde vorgestellt - wir haben dann die GMT (GreenwichMainTime).

04.07.2004 - Shetland Inseln

Um 6 Uhr klingelt der Wecker - und das Frühstück erwartet uns mit eine Glas Sekt und Lachs. Der Blick aus dem Restaurant-Fenster zeigt uns die Küste der Shetland-Inseln. Es ist wolkig, windig und trocken.

Gegen 7 Uhr beginnt das Anlege-Manöver, dass wir an Deck beobachten. Den Vormittag verbringen wir mit einer Inselrundfahrt und lernen dabei eine ganze Menge über die Shetland-Inseln. Danach bummeln wir noch ein bißchen durch Lerwick - die Hauptstadt. Aleesha kauft einen Pulli aus echter Shetland-Wolle. Das besondere an dieser Wolle: Sie wird den Schafen vom Hals gezupft (nicht geschoren!) und kratzt nicht. Wieder an bord, gehen wir zum Mittagessen. Um 14 Uhr legen wir ab und dann ist erstmal Matratzenhorchdienst angesagt - das frühe Aufstehen macht sich bemerkbar.

Nach dem Kaffee spielen wir beim Bingo mit, gewinnen nichts und bummeln noch ein bißchen durchs Schiff. Und dann ist schon wieder Essenszeit. Nach dem Abendessen treffen wir uns mit unserenTischnachbarn in der Cabaret-Longe und gucken auf drei großen Leinwänden das EM-Finalspiel. Vorher haben wir an der bordeigenen Fußball-Wette teilgenommen und als Griechenland die EM gewonnen hat, sind wir auch Gewinner.

Danach trinken wir noch einen Cocktail und beobachten an Deck den Sonnenuntergang. Gegen 23 Uhr sind wir wieder in unserer Kabine - und müde. Muss an der Seeluft liegen. In der Nacht werden wieder die Uhren umgestellt und wir haben dann ab morgen früh GMT - 1. Wir passieren die Faröer Inseln und nehmen Kurs auf Island.

05.07.2004 - Seetag

Der 5.7. ist wieder ein Seetag - allerdings einer mit Kaiserwetter und so verbringen wir den Vormittag erstmal an Deck - Sonnenbaden! Allerdings nutzen wir dabei Wolldecken, denn wir sind inzwischen 2000 km nordwestlich von Bremerhaven. An windgeschützten Liegeplätzen kann man aber im kurzen Oberteil liegen. Heute ist unser erster Wellness-Tag - mittags gehen wir wieder ins Fitness-Studio und danach in die Sauna. Hinterher schieben wir eine halbe Stunde Whirlpool ein und lassen uns dann massieren. Nach dem Kaffee geht Aleesha zum Bingo und Frederick genießt noch etwas die Sonne. Petra gewinnt das kleine Bingo und dann holen wir unseren Gewinn aus der EM-Wette ab.

Nach dem Abendessen gibts wieder eine Show - Jochen Wiegandt singt und erzählt vom Leben an der Waterkant und spinnt Seemansgarn. Wir verbringen einen unterhaltsamen Abend.

Abends gehen wir wieder für den Sonnenuntergang an Deck. Vor uns liegt die Küste Süd-Islands - die Westmänner-Inseln . Den Sonnenuntergang erleben wir auch - allerdings erst kukrz vor Mitternacht. Wir fahren nach Norden und es ist nun nur noch wenige Stunden richtig dunkel - gegen 3 Uhr morgens geht die Sonne schon wieder auf.

06.07.2004 - Island - Reykjavik

Wieder stehen wir sehr früh auf, denn um 7 Uhr legen wir bereits in Reykjavik, der Hauptstadt Islands, an. Direkt nach dem Aufstehen geht Aleesha auf dem Balkon die Küste angucken. Hach - aufregend!
Im Angebot für den ersten Tag auf Island waren folgende Ausflüge:

- ein Halbtagesausflug nach Krisuvik zum Besuch der blauen Lagune und der heißen Quellen,
- eine Ganztagstour zum Gulfoss-Wasserfall und zum berühmten Ur-Geysir,
- eine Ganztagstour ins Hochland mit oder ohne Schneemobil-Fahrt und Gletschersafari und
- ein Mehrtagesausflug, bei dem die Teilnehmer auf der Kjölurroute durchs Hochland nach Akureyri reisen und dort am nächsten Tag wieder an Bord gehen.

Wir haben uns für den Geysir-Ausflug entschieden - wenn man mal auf Island ist, muss man die Dinger doch angucken!

Um 8 Uhr (gleich nach dem Frühstück) beginnt unser Trip ins Landesinnere. Wir sehen die typische grüne isländische Landschaft, durchzogen von unendlich viel Wasser (Flüsse und Seen) und im Hintergrund immer die Gletscher, die einen Großteil des Landesinneren unbewohnbar machen. Im Laufe der Fahrt klart der bewölkte Himmel mehr und mehr auf - um 9 Uhr endlich kommt die Sonne raus! Unser erster Halt gilt einer Gärtnerei, wo wir lernen, dass auch auf einer relativ kühlen Insel wie Island tropische Vegetation möglich ist - der Wasserkraft sei Dank. Die heißen Quellen versorgen nahezu alle Haushalte mit preiswerter Energie und beheizen u.a. auch die Gewächshäuser so mancher Gärtnerei.

Um 11 erreichen wir den Gulfoss - einen der größeren Wasserfälle Islands. Wir ignorieren die Gischt und gehen bis auf eine Plattform direkt über dem Wasserfall - und werden natürlich klatschnass! *g* Macht aber nix, die Jacken sind wasserdicht und der Blick entschädigt in jedem Fall!

Kurze Zeit später besuchen wir dann den großen Geysir, von dem alle Springquellen dieser Welt ihren Namen haben. Die Quelle entspringt einem großen Becken (ca. 18 m Durchmesser!), sie ist jedoch unregelmässig tätig. Das Wasser schiesst bis zu ca. 70 Meter hoch in die Luft - unvorstellbar, welche Kraft die Natur hat. Direkt neben dem großen Geysir liegt der Strokkur (="Butterfass"), der alle 5-10 Minuten eine Fontäne von ca. 40 m Höhe erzeugt. Uns wird sehr bewusst, wie klein und unwichtig der Mensch im System "Erde" eigentlich ist. Gleich danach gehts zum Mittagessen ins "Hotel Geysir" - es gibt Wildlachs in Weißweinsoße *lecker*.

Der vorletzte Halt gilt der Schlucht im Thingvellir-Nationalpark. Die Schlucht ist nicht nur historisch, sondern auch geografisch sehr interessant, da hier die 2 Kontinentalplatten aufeinandertreffen und auseinanderdriften. Island wächst so um ca. 2 cm pro Jahr.

Letzter Halt: Reykjavik, Perlan - eigentlich ein Warmwasser-Speicher, umfunktioniert zu einem Aussichtspunkt mit grandiosem Blick über die Stadt.Dort gibts auch den einzigen Inhouse-Geysir. :-))

Danach fahren wir noch durch Reykjavik und sehen u.a. das Haus, in dem Gorbatschov und Reagan vor einigen Jahren den kalten Krieg beendeten. Der Ort wurde gewählt, weil Reykjavik ungefähr gleich weit von New York und Moskau entfernt liegt. Um 17 Uhr sind wir wieder an Bord und legen ab. Die See ist deutlich bewegter - Windstärke 5, Seegang 4 - es schaukelt ordentlich. An Bord werden überall Kotztüten postiert. Egal - wir sind völlig müde und beschließen, uns etwas hinzulegen. So lassen wir uns in den Schlaf schaukeln und verschlafen fast das Abendessen. Nach dem Essen singt Kenmichael in der Cabaret Lounge Gospels und Musicals - eine Hammer-Stimme! Wir nehmen noch einen Cocktail in der Horizont-Bar, amüsieren uns über die Tänzer, die bei jedem Schritt den Boden unter ihren Füßen suchen (es schaukelt immer noch ziemlich!) und dann fallen wir direktemente ins Bett.

07.07.2004 - Island - Akureyri

08:30 Uhr - nach dem Ausschlafen geht es zum Frühstück und dabei haben wir bereits eine erstklassige Aussicht, denn wir fahren durch den Eyjafjördur auf Akureyri zu. Den Vormittag verbringen wir größtenteils an Deck - gucken und genießen! Dabei entdecken wir die ersten Wale (vermutlich Schweinswale) und Delfine! Nach dem Mittagessen sehen wir beim Anlegemanöver zu. Um 14:30 dürfen wir von Bord - wir steigen mal wieder in einen Bus und das Wetter wird wieder besser! Im Angebot waren für Akureyri drei Halbtagsausflüge: einer zum Myvatn-See, einer nach Husavik inkl.Walbeobachtung und ein Flug zum Polarkreis. Wir haben uns für den Myvatn-See entschieden. Gern wären wir auch Wale gucken gefahren - es gibt eine gute Chance, welche zu sehen, aber eben keine Garantie. Beim nächsten Mal (Island, wir kommen wieder!) ist auf jeden Fall eine Wal-Tour dabei, denn die Mitreisenden haben sehr geschwärmt, weil sie neben Delphinen, Schweinswalen und Minkwalen auch einen Blauwal gesichtet haben! Am Nachmittag lernen wir den Myvatn-See samt seinen Pseudokratern kennen, besuchen den Godafoss-Wasserfall und das Lava-Gebiet Dimmuborgir (=dunkle Höhlen) sowie ein Solfataren-Feld. Schlamm blubbert hier in Erdlöchern leise kochend vor sich hin und die Luft riecht nach Schwefel. Aus anderen Öffnungen zieht Rauch auf und man hört in der Tiefe das Wasser kochen (Teekessel-Geräusche!). Die Insel fasziniert uns mehr und mehr - guckt man nach rechts, ist alles grün und saftig, üppig und blühend, wendet man den Blick nach links, sieht man gelbe Sulfataren-Felder und schwarze Lava-Landschaften! Gegen 20:30 sind wir wieder an Bord.Das Abendessen lassen wir ausfallen und sehen uns in der Horizont-Bar bei einem Cocktail die Show an. Die ist heute nicht so der Knaller - Betsy Miller singt gemeinsam mit anderen Akteuren Schlager, kann uns aber nicht begeistern. Also gucken wir lieber noch aufs Meer hinaus und beobachten, wie sich die Sonne dem Horizont nähert. In dieser Nacht überqueren wir den Polarkreis, es gibt zwar noch einen Sonnenuntergang, aber die Nacht bleibt hell. Wir naschen noch etwas vom Mitternachtsbuffet und gehen dann ins Bett.

08.07.2004 - Jan Mayen

Der Donnerstag, unser sechster Tag auf See, ist wieder ein reiner Seetag und wir verfaulenzen ihn mehrheitlich. Mittags werden die uhren wieder eine Stunde umgestellt - was uns nicht davon abhält, Sport zu treiben. Nach einer Massage gehen wir dann wieder Bingo-Spielen (und gewinnen... *g*) - so kann man es gut aushalten! Nach dem Abendessen wird es nochmal richtig spannend - wir ziehen uns sehr warm an, denn für ca. 20 Uhr ist uns die Passage an Jan Mayen vorbei angekündigt worden. Nach mehr als 2 Stunden an Deck sind wir ordentlich durchgefroren - schnell rein, umziehen und in die Bar - zur Eisbärenparty bekommen weiß angezogene Gäste einen Wodka. Kenmichael singt, wir trinken Cocktails und sehen aufs Meer hinaus - wunderschön!

09.07.2004 - Kreuzen im Eismeeer

...und noch ein Seetag - allerdings einer der besonderen Art. Wir nähern uns Spitzbergen. Im Diavortrag erfahren wir eine Menge über die Insel. Wieder werden mittags die Uhren umgestellt. Am Nachmittag gehen wir zur Farb- und Stilberatung und dann - wie könnte es anders ein - zum Bingo. Abends gibt es eine ganz speziele Show - die Bordreiseleitung und die Besatzung bringen uns auf vielfältigste Art und Weise zum Lachen! Prädikat absolut empfehlenswert bekommt der sonst so korrekte Maitre d´Hotel, der bei einem Boxkampf der etwas anderen Art Federn lässt!

10.07.2004 - Spitzbergen

Heute erreichen wir Spitzbergen! *hibbelrum* Aleesha erwacht das erste Mal gegen 5 Uhr und guckt raus - nix außer dichtem Nebel. Also nochmal ins Bett. Um 7 klingelt der Wecker und ein Blick auf den Balkon - die ersten Eisschollen schwimmen direkt neben dem Schiff! Schon um 8 Uhr legen wir in Longyearbyen an - der "Hauptstadt" Spitzbergens.

Wir gehen von Bord und bummeln durch die Straßen, besichtigen die Kirche und das kleine und sehr feine Museum. Im Supermarkt kauft Aleesha norwegisches Haribo und M&Ms *g* - die Souvenirs sind schlicht zu teuer und megakitschig! Und natürlich werfen wir unsere fertig geschriebenen Postkarten in den Briefkasten des nördlichsten Postamtes der Welt! Schließlich erstehen wir noch ein Fossil, das beweiest, dass es früher auf Spitzbergen deutlich wärmer gewesen sein muss und deutlich mehr Leben gegeben habt. Mittags legen wir ab und passieren den Tempelfjord. Auf dem Rückweg aus dem Tempelfjord ist dieser bereits von einer dünnen Eisschicht bedeckt. Nebel zieht auf - das geht hier wie alle Wetterveränderungen sehr schnell. Trotz des Nebels genießen wir die malerische Kulisse!

Wir sehen dicke Eisschollen, auf denen Seehunde Nachwuchs bekommen haben (rötliche Färbung). Eigentlich soll die DR noch in den Billefjord und den Gronfjord einfahren - beide Passagen werden wegen Vereisung der Fjorde abgesagt - zu gefährlich! Abends sitzen wir in der Lounge und genießen bei einem leckeren Cocktail die Show von Norma Handy, die eine ziemlich erstklassige Stimme hat. Danach ziehen wir in die Horizont Bar um und gucken einfach nur raus - es ist hell und neblig und ein ganz eigenartiges Licht.

An den folgenden Tagen kreuzfen wir im Eismeer herum und bewegen uns dabei wieder in Richtung Süden. Unser nächstes Ziel heisst Norwegen.

Norwegen

Der erste Halt gilt dem Nordkap.Das Schiff legt am Abend (wir sitzen grad beim Essen) in Honningsvag an. Um 21:30 fährt unser Bus, denn natürlich wollen wir das berühmte Nordlicht auch hier auskosten. 30 Minuten dauert die Fahrt zum Nordkapp und nach einem kurzen Stopp an einem Touristen-Stand, wo man die Samen (die Lappländer) und ihre Lebensweise bestaunen kann und natürlich Souvenirs kaufen kann, wird der Nebel dichter und dichter. Man kann aus dem Busfenster heraus die Strasse nicht mehr erkennen...aber wir kommen trotzdem heile an. Auf einmal stehen wir auf einem riesengroßen Parkplatz mitten unter vielen anderen Bussen, PKWs, Motorrädern und Wohnmobilen.

Entsprechend waren viele Menschen dort - es erwartet den geneigten Besucher ein Touri-Auflauf erster Güteklasse und eine entsprechend kommerziell aufgezogene Vermarktung im Souvenir-Shop und der örtlichen Bar (ein Pils kostet ca. 8 Euro!). Als wir dort waren, gabs neben dem dicken Nebel auch noch Nieselregen der Extra-Klasse - die Luft war so feucht, dass wir binnen kürzester Zeit froh waren, wenigstens wasserfeste Jacken anzuhaben. Wir liefen also eine Zeitlang an dem berühmten Denkmal rum und und gingen dann rein, um das Museum zu bestaunen, am nördlichsten Postamt des europäischen Festlandes eine Postkarte an uns selbst abzuschicke und dann die Aussichtsplattform aufsuchen. Und als wir dort standen, war auf einmal der Himmel klar, die Sonne schien und unter uns war eine riesige Nebelmasse. Vom Meer war nix zu sehen, aber der Ausblick auf dieses Nebelmeer unter gleißendem Sonnenschein (spätabends) entschädigte für vieles.
Gegen 1 Uhr nachts waren wir wieder am Schiff und verließen Honningsvag mit Kurs auf unser nächstes Ziel: Trömsö. Dort legten wir am nächsten Tag an und machten auf eigene Faust einen kleinen Stadtbummel. Sehr nettes Städtchen - aber wir waren von dem nächtlichen Ausflug noch so müde, dass wir nicht viel wahrgenommen haben.

Nun ging es weiter gen Süden - als nächstes Ziel stand der Geiranger-Fjord auf unserem Programm. Aber vorher gabs einen Seetag zur Entspannung. ..... ...to be continued...
 

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