Jan Mayen

Jan Mayen, die "Teufelsinsel", liegt rund 450 km vor der Ostküste Grönlands und etwa 550 km nördlich von Island auf etwa 71 Grad nördlicher Breite. Wir befinden uns damit etwa auf der Höhe des Nordkaps (an Norwegens Spitze), aber schon in der Arktis, denn Jan Mayen wird vom kalten Ost-Grönland-Strom geprägt.

Tatsächlich kühlt die Luft während der Passage auf nur knapp über 0 Grad ab und es weht ein eisiger Wind. Die Insel ist Norwegens einziger aktiver arktischer Vulkan und hat insgesamt geologisch eher Ähnlichkeit mit den isländischen Verhältnissen.

Der Bereich des heutigen Jan Mayen entstand durch die Auseinanderbewegung der Platten und dem damit verbundenen Vulkanismus während der letzten 30 Mio. Jahre. In dieser langen Zeit wuchs die Insel durch wiederholte Vulkanausbrüche aus einer Meerestiefe von ca. 3000 m zu ihrer heutigen Größe von knapp 380km² über der Meeresoberfläche hervor.

Überragt wird sie von ihrem Wahrzeichen - dem 2.277 m hohen, mit Gletschern bedeckten Vulkankegel des Beerenberges. Die Insel, 56,3 km lang und bis zu 15,8 km breit, zerfällt in zwei Teile: Nord-Jan und Süd-Jan. Nord-Jan wird vom Beerenberg beherrscht. Die Lavaströme aus diesem Vulkan sind heute größtenteils von Gletschern bedeckt. Süd-Jan ist langgestreckt und flacher - hier findet man 20-30 kleine Gipfel, die zwischen 100 und 700 m hoch sind. Die Verbindung zwischen Nord- und Süd-Jan ist ein etwa 220 m hoher Hügelzug.

Am wärmsten ist es auf Jan Mayen im August - die Temperaturen steigen dann auf immerhin 5 Grad über dem Gefrierpunkt. Die Insel wird Teufelsinsel genannt, da sich in dieser Region die westwärts ziehenden Tiefs bilden. Meistens versinkt die Insel im Nebel - und nur an durchschnittlich drei Tagen im Jahr kann man den Beerenberg vor wolkenfreiem Himmel sehen. Auch bei unserer Passage hatten wir dichten Nebel.

Seit 1921 gibt es nahezu durchgehend eine Wetterstation auf Jan Mayen, die Insel wird derzeit von ca. 18 Menschen bewohnt.

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