Spitzbergen

Über Spitzbergen kann man sicher Romane verfassen.

Spitzbergen, das in Norwegen Svalbard heisst, ist eine Inselgruppe im arktischen Ozean, die mit rund 62.000 km² etwa 1,5mal so groß wie die Schweiz ist. Sie markiert das nördliche Ende der bewohnten Welt. Etwas nördlich von Spitzbergen liegt - je nach Wetterlage - die Eisgrenze (Packeis). Von hier sind es noch etwa 1000 km bis zum Nordpol und wenn man einfach immer weiter fahren würde, käme man irgendwann in Alaska raus.

Offiziell entdeckt wurde Spitzbergen 1596 von dem Holländer Wilhelm Barents - die nach ihm benannte See kennt man aus Schulatlanten. Im 18 Jahrhundert wurde in Spitzbergen Walfang im großen Stil betrieben. Die Walfänger waren es auch, die die Kohleflöze entdeckten. Trotzdem dauerte es bis Anfang des 19.Jahrhunderts Norwegen, Schweden, Dänemark und Russland Ansprüche erhoben.

Nach dem 1.Weltkrieg wurde Spitzbergen im Pariser Friedensvertrag Norwegen zuerkannt. Etwa 8 % der Fläche Spitzbergens sind heute an Russland verpachtet. Kohle bauen heute nur noch die Russen und die Norweger ab - das Klima macht dies sehr schwer. Auch Erdöl gibt es auf Spitzbergen - allerdings sind die Umweltbestimmungen sehr streng und es gibt derzeit keine Möglichkeit, das Erdöl zu fördern.

Klimatisch ist Spitzbergen eine nur sehr dünn besiedelte Insel, die aus kahlen Bergen, Gletschern, Eis und Stinen besteht. Aufgrund der Temperaturen findet keinerlei Zersetzungsprozess statt - deswegen sind die Strafen für Umweltsünder enorm hoch. Eine weggeworfene Kippe kann leicht 30.000 Euro kosten!

Eine ständige Gefahr auf Spitzbergen sind die Eisbären - es gibt ca. 4000 Tiere auf Spitzbergen und überall warnen Schilder davor. Weitere Tierarten auf Spitzbergen sind Rentiere, Moschusochsen, Schneefüchse und -hasen.

Das Klima ist im Sommer überraschend mild (bis zu 15 Grad in der Sonne!) und im Winter extrem kalt (bis - 40 Grad!). Der SPitzbergennebel ist berüchtigt und kann binnen weniger Minuten aufziehen. 4/5 der FLäche Spitzbergns sind ganzjährig eisbedeckt, das restliche Fünftel taut im Sommer bis auf 50 cm tief auf. Vor Westspitzbergen fliesst der Golfstrom, der die Buchten vom Spätfrühling bis in den Frühherbst eisfrei hält und eine Besiedlung überhaupt erst ermöglicht.

Neben der Kohleförderung gibt es heute auf Spitzbergen vorwiegend wissenschaftliche Forschung (klimatisch und biologisch/geologisch) - aber auch Satellitenstationen finden sich hier.

Unser persönlicher Eindruck: Spitzbergen kann man nur schlecht beschreiben - die Insel hat eine sehr herbe und abstrakte Schönheit und die grandiose Natur erlebt man am besten selbst.

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